LA ROCHELLE – unsere Eindrücke und Empfehlungen

Weil ein paar Änderungen und Reparaturen auf der TRELAX gemacht werden mussten, hatten wir quasi “Zwangsaufenthalt”. So konnte ich mein französisch ein bisschen auffrischen und das Städtchen “La Rochelle” kennenlernen.

Sehr empfehlenswert ist der “marché” – angetan waren wir von einer wunderbaren Auswahl an frischen Fischen, Meeresfrüchten, Fleisch, Gemüse, Wein, hausgemachten französichen Spezialitäten… (ich hätte mich dort auch gerne einsperren lassen, so wunderbar fand ich all diese Auslagen – ich war im 7. Speisenhimmel, und schwebte vor mich hin….)

Die Öffnungszeiten dieser Markthalle sind genial:

So/Mo 6-14 Di/Mi/Do/Fr 5-19 und Sa 4-15 H Die Freundlichkeit dieser Marketender ist unglaublich, die Sauberkeit auch und die Angebotsvielfalt ist ernorm.

Eine Augenweide, wenn man gerne kocht, isst und genießt. Nachdem wir das alles gerne tun, war es für mich ein Leichtes, mir mindestens 2 x wöchentlich unseren e-Scooter zu schnappen und durch die schmalen Gassen mit den herzigen Stores zu cruisen, wieder Neues zu entdecken und andere Ideen aufzuschnappen.

Andre, der Austernmann
eine wunderbare Käseauswahl
in den alten Markthallen und davor herrscht eine wunderbare Stimmung

Central Market Square of La RochelleAdresse: 13-1 Rue Gambetta, 17000 La Rochelle
gekochte Rote Bete

Ein weiteres Highlight vor diesem Markt ist die kleine Rôtisserie “du Pré” .

Platz gibt es nur vor dem Lokal,  das eigentlich nur “Take-away” anbietet, aber 2 kleine typisch französische Tische vor der Türe aufgestellt hat, um ein klein wenig zu verweilen und dem Marktgeschehen zusehen zu können – was wir auch getan haben und uns die Sonne unser Gesicht wärmen konnte, denn im Jänner ist es auch hier in der Biscaya ganz schön frisch bei ca 4 Grad. Und nachdem wir mit den Scootern auf dem Weg waren, sind unsere Finger schon ein wenig unbeweglich geworden. Doch die absolut wunderbarsten Rosmarin-Thymian-Mini-Kartoffeln zu € 6,50 (für 2) zu einem feinen französischen Weißwein, einen Vin Blanc Prova Regia um € 9,70 gabs genau dort und leider hatten wir diesen Genuss nur einmal, und selbst gemacht hab ich die nie so gut geschafft, aber es lag sicherlich an den Kartoffeln.

Und wenn man “sugar-addicted” ist – und auf Süssigkeiten sehr anspricht, so wie ich 😉 – dann ist man hier genau richtig.  Allerdings muss man auch bereit sein, für ein mini Tartelett € 4,50 zu löhnen – und Maccaraons auch pro Stück 3,90€. Ich habe darauf hin beschlossen, selbst zu backen, nachdem wir uns entschlossen haben, einen Miele-Kombidämpfer-Backofen im Boot einzubauen (anstatt der Geschirrspülmaschine)

Tarteletts, Eclairs, Tartes……yummmie
Maccerons
Hafenpromenade
Mr. Pepper

und meiner Teeliebe konnte ich auch frönen 😉 – ein Kusmi-tea-store war meine Entdeckung.

DAS GROSSE “GUTER-WIND-ABWARTEN”

Na ja, der Winter ist jetzt windtechnisch gesehen nicht gerade der optimalste Zeitpunkt, um durch die Biskaya zu segeln. Nachdem wir beide nicht – noch nicht – die absoluten Segelprofis sind (eigentlich bin ich das totale Greenhorn) – haben wir beschlossen, uns professionellen Beistand an Bord zu holen, der meine “Watches” (Wachen) übernimmt. Normalerweise werden diese Boote zum Hafenplatz des Eigners von Überstellcrews geliefert. Nachdem wir das Boot selbst übernommen haben, hat uns Pavol (ein erfahrener Übersteller), der in den vergangenen 3 Jahren schon 17x die Biskaya überquerte, begleitet.

Von nun an war unsere täglich wichtigste Information das Wetter. Wie stark wird der Wind in den nächsten 3 Tagen? Woher kommt er? Woher kommen die Wellen? Wie hoch sind sie? All diese Informationen sollten wir haben, um unversehrt anzukommen.

Das letzte gute Wetterfenster konnten wir nur kurzfristig ausnützen. Als wir während der Fahrt festgestellt haben, dass der Windmesser Aussetzer hatte, beschlossen wir, nach ca. 50 Meilen wieder umzukehren und den Schaden reparieren zu lassen. Das Risiko ohne dieser Wind-Information zu fahren, war uns einfach zu riskant.

WARTEN………………………………

Wettercheck die zweite. Pavol und Egon berieten sich intensiv und trotz einiger Widrigkeiten entschieden wir uns, nicht zu warten bis der Wind achterlich kam und die Wellen keine waren. Nachdem unser tschechischer Käpitän doch einige Erfahrung mitbrachte, wusste er, was er diesem Boot zutrauen kann.

Die Entscheidung ist gefallen: Leinen los 6. März 2020, die Voraussagen sind 30-40 Knoten “auf unser Näsle” und 5-7 m hohe Wellen. Let the challenge beginn.

HAFENWECHSEL NACH MINIMES

Nachdem am 10.Februar 2020 (fast) alle Arbeiten an der TRELAX abgeschlossen waren, hieß es für uns: Betriebsgelände der Werft verlassen und in den grossen Segelhafen “Minimes-La Rochelle” wechseln. Zwar befanden wir uns dann nicht so nah am Zentrum wie zuvor, aber es war sehr viel schöner als im diesem Industriehafen.

Anbei ein paar schöne Bilder von dort.

Das Warten nehmen wir als wunderbare Gelegenheit, uns an unser “schwimmendes Leben” zu gewöhnen und beginnen es zu genießen……

Zwischendurch bekamen wir am 12. Februar auch noch eine Einschulung von einem Profi-Skipper der Werft bei einem Sea-Trial. Neben dem Segelcheck mit allen Segeln, Tauen und Winschen, wurden auch alle an Board befindlichen Geräte – wie der Wassermacher, Stromgenerator, Radar, usw…. gestresst und getestet. Ich war wieder einmal mehr sehr fasziniert begeistert.

ERST DIE ARBEIT – DANN RELAX – TRELAX

Um uns wohlfühlen zu können und unsere “Homies” zu versorgen, mussten doch einige Umbau- und Einbauarbeiten gemacht werden: das Nähzimmer, der Divecorner, die Werkstatt und der Werkzeugkeller ; einmal fürs Erste.

Werkzeugkeller, Maschinenraum
Nähzimmer
Divecorner
das Leroy Merlin (die französische Antwort auf einen Baumarkt) – haben wir fast leergekauft