by the way – was für uns auch noch wichtig war…

Wenn man sich entscheidet eine längere Zeit (vielleicht auch für immer) auf dem Wasser zu leben sind plötzlich andere Gedanken im Kopf. 

Da geht es nicht mehr um Restaurantreservierungen, Urlaubsbuchungen, Kauf eines neuen Autos/Fahrrades oder um ein Abo im Fitnesszentrum. 

Ein Boot bedeutet Einschränkung und Freiheit. Die Freiheit dorthin zu segeln wo das Wetter warm, die Strände einladend und das Wasser blau ist. 

Einschränkung bedeutet zum einen der Verzicht auf viele Dinge, die einem bis dahin selbstverständlich waren. Abendessen mit Freunden, der nächste Supermarkt um die Ecke, einen Arzt und eine Apotheke im Dorf und alle Annehmlichkeiten die das Leben inmitten der Menschenmengen bietet.

Bereits die Entscheidung welcher Bootstyp es werden soll, ist nicht einfach. Generell muss überlegt werden, ob es ein Motorboot oder ein Segler werden soll. Nachdem die Entscheidung zum Segler gefallen ist, geht es darum zu überlegen ob Monohull, Catamaran oder Trimaran. Jeder dieser Bautypen hat seine Vor,- und Nachteile. Ein Monohull ist bei vergleichbarer Länge deutlich kostengünstiger, bietet aber auch weniger Platz und Komfort. Die beiden anderen Bootstypen bieten deutlich mehr Wohnfläche und vor allem eine tolle Rundumsicht. Während der Catamaran mit zwei Motoren und einfacherer Manövrierfähigkeit punktet, gibt es beim Trimaran einen tollen Technikraum, viel Platz um den Motor und sehr gute Zugänglichkeit zur Ruderanlage. 

Nach langem Abwägen haben wir uns für einen Trimaran entschieden. 

Der nächste Schritt war dann die Bootsbestellung. Ein Boot zu kaufen, ist nicht ganz so simpel wie bei einem Auto. Welcher Werft oder welchem Händler schenkt man sein Vertrauen.

Nach vielen Gesprächen habe ich mich für Trend & Travelyachting im Tirolerland entschieden. Die Jungs haben sich sehr bemüht und einen seriösen Eindruck hinterlassen. 

Beim Ausfüllen des Kaufvertrages wird der Bootstyp angekreuzt. Und dann geht es erst richtig los. Hinter jeder weiteren Option steht dann eine Zahl und dahinter ein leeres Kästchen. So ein einziges kleines Kreuzchen in so einem leeren Kästchen kann dann Kosten von mehreren Zehntausend Euros bedeuten. Und es sind viele Kästchen.

Das fängt bei den Basics wie Kabinenausbau und Navigationsgeräte an, geht über Optionen wie Generator, Lithiumbatterien, Wassermacher, Carbonmast, Heizung und Ankergeschirr weiter und endet bei jeder zusätzlichen Steckdose, Lichtschalter und Radio. 

Wenn dann die Entscheidung mit den Kästchen gefallen ist, geht es aber munter weiter.

Hafenkapitäne haben andere Wünsche wie Blauwassersegler. Bei den Hafenkapitänen ist der Komfort vorrangig und ein tolles Design am Rumpf des Bootes ist ein Muss. 

Blauwassersegler legen eher Wert auf schwereres Ankergeschirr, längere Kette, Werkezeuge, Maschinen und ein grosses Ersatzteillager. Dazu kommen dann Schnorchel,- und Tauchausrüstung, Kompressor, Nähmaschine und zusätzliche Kühlmöglichkeiten.

Ein kühles Feierabendbier ist schön und gut, aber purer Luxus. Wenn es ums Überleben geht, benötigt der Mensch Essen und Trinken. Wasser ist genügend zur Verfügung, jedoch nicht ohne weiteres trinkbar. Ein Wassermacher löst das Problem und ist fast auf jedem grösseren Boot verbaut. Mit diesem tollen Gerät wird Wasser aus dem Meer entnommen, gefiltert und gereinigt, das Salz entzogen und in den Wassertank des Bootes gepumpt. Leider gehen dabei auch die wertvollen und für den Menschen wichtigen Mineralstoffe verloren.

Das Wasser kann zum Duschen, Wäsche oder Geschirr waschen oder ähnliches verwendet werden. Zur Not kann man es auch trinken. Ergo dessen bleibt nur, das Mineralwasser in den Häfen zu kaufen, Plastikflaschen und Kanister zu schleppen und den Müll wieder zu entsorgen, wenn man gute Trinkwasserqualität haben will.

Mit diesem Zustand war ich nicht einverstanden und habe ein bisschen im Internet gestöbert. Sehr schnell bin ich auf BWT gestossen, habe eine Telefonnummer gefunden und meine Situation geschildert. “Wir haben dafür eine Lösung“, war die Antwort am anderen Ende der Leitung. Unkompliziert wurden mir die benötigten Teile, ein anderer Wasserhahn, zusätzliche Filter und Patronen zugesandt. Der Umbau auf dem Boot war auch nicht kompliziert. Nun saugen wir aus dem Frischwassertank des Bootes Wasser an, dieses wird nochmals gereinigt und dann mit Mineralien angereichert. Mit dem Ergebnis sind wir wirklich happy. Wir brauchen keine Wasserflaschen zu kaufen, nicht zu schleppen und verursachen keinen Müll.

Natürlich waren wir auch mit dem billigen Standard-Gasbackofen nicht einverstanden. Der taugt gerade mal um Brötchen aufzubacken und selbst da bin ich mir nicht sicher. Der Einbau von einem Miele Dampfgarer war also vorprogrammiert.

Genauso verhält es sich mit der Waschmaschine. Das Alibigerät, das vom Hersteller vorgeschlagen wird, reicht gerade einmal um einen Bikini und eine Badehose zu waschen. Auch da musste eine ordentliche 6 Kilogrammmaschine verbaut werden, auch von Miele

Nicht zu vergessen sind die Navigations,- und Sicherheitsutensilien. Da haben wir zu 100% auf die Firma Ober Yachtelektronik gesetzt und wurden perfekt beraten und betreut. Neben Plottern, Navtex und Funkgeräten haben wir selbstverständlich auch automatische Schwimmwesten mit Peilsendern, Rettungsinsel und Signalmittel an Bord.

Da kommt das Eine zum Anderen und am Ende geht es dann noch um das Dinghy. Hafenkapitäne können sich mit einem 3-Meterdinghy und einem Elektromotor behelfen, um vom Ankerplatz ins nächste Restaurant zu kommen. Bei Blauwasserseglern ist das Dingi eine Lebensversicherung und wird für Personentransporte und Einkäufe bei jeder Witterung benötigt. Daher fiel bei uns die Entscheidung auf ein Hypalon Highfield 390 mit eine 60 PS starken Hondamotor. 

Neben all diesen Dingen haben wir ein paar Masken, Schnorchel und Flossen, sowie E-Scooter für unsere Gäste gekauft. Natürlich darf auch eine Drohne, Unterwasserdrohne, Reefsurfer und  Funboard genauso fehlen wie die Unterwaserscooter oder Standup Paddleboards. 

Bereits die Vorbereitung war sehr zeitaufwändig. Immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden ist uns Christian Grassl von Trend & Travel Yachting.

LA ROCHELLE – unsere Eindrücke und Empfehlungen

Weil ein paar Änderungen und Reparaturen auf der TRELAX gemacht werden mussten, hatten wir quasi “Zwangsaufenthalt”. So konnte ich mein französisch ein bisschen auffrischen und das Städtchen “La Rochelle” kennenlernen.

Sehr empfehlenswert ist der “marché” – angetan waren wir von einer wunderbaren Auswahl an frischen Fischen, Meeresfrüchten, Fleisch, Gemüse, Wein, hausgemachten französichen Spezialitäten… (ich hätte mich dort auch gerne einsperren lassen, so wunderbar fand ich all diese Auslagen – ich war im 7. Speisenhimmel, und schwebte vor mich hin….)

Die Öffnungszeiten dieser Markthalle sind genial:

So/Mo 6-14 Di/Mi/Do/Fr 5-19 und Sa 4-15 H Die Freundlichkeit dieser Marketender ist unglaublich, die Sauberkeit auch und die Angebotsvielfalt ist ernorm.

Eine Augenweide, wenn man gerne kocht, isst und genießt. Nachdem wir das alles gerne tun, war es für mich ein Leichtes, mir mindestens 2 x wöchentlich unseren e-Scooter zu schnappen und durch die schmalen Gassen mit den herzigen Stores zu cruisen, wieder Neues zu entdecken und andere Ideen aufzuschnappen.

Andre, der Austernmann
eine wunderbare Käseauswahl
in den alten Markthallen und davor herrscht eine wunderbare Stimmung

Central Market Square of La RochelleAdresse: 13-1 Rue Gambetta, 17000 La Rochelle
gekochte Rote Bete

Ein weiteres Highlight vor diesem Markt ist die kleine Rôtisserie “du Pré” .

Platz gibt es nur vor dem Lokal,  das eigentlich nur “Take-away” anbietet, aber 2 kleine typisch französische Tische vor der Türe aufgestellt hat, um ein klein wenig zu verweilen und dem Marktgeschehen zusehen zu können – was wir auch getan haben und uns die Sonne unser Gesicht wärmen konnte, denn im Jänner ist es auch hier in der Biscaya ganz schön frisch bei ca 4 Grad. Und nachdem wir mit den Scootern auf dem Weg waren, sind unsere Finger schon ein wenig unbeweglich geworden. Doch die absolut wunderbarsten Rosmarin-Thymian-Mini-Kartoffeln zu € 6,50 (für 2) zu einem feinen französischen Weißwein, einen Vin Blanc Prova Regia um € 9,70 gabs genau dort und leider hatten wir diesen Genuss nur einmal, und selbst gemacht hab ich die nie so gut geschafft, aber es lag sicherlich an den Kartoffeln.

Und wenn man “sugar-addicted” ist – und auf Süssigkeiten sehr anspricht, so wie ich 😉 – dann ist man hier genau richtig.  Allerdings muss man auch bereit sein, für ein mini Tartelett € 4,50 zu löhnen – und Maccaraons auch pro Stück 3,90€. Ich habe darauf hin beschlossen, selbst zu backen, nachdem wir uns entschlossen haben, einen Miele-Kombidämpfer-Backofen im Boot einzubauen (anstatt der Geschirrspülmaschine)

Tarteletts, Eclairs, Tartes……yummmie
Maccerons
Hafenpromenade
Mr. Pepper

und meiner Teeliebe konnte ich auch frönen 😉 – ein Kusmi-tea-store war meine Entdeckung.