KOSRIKA von Bonifacio nach Sant Florent

Als wir am 12. September in Korsika ankamen, war unser erstes Ziel die Inseln “Iles Lavezzi”, als wir dann da ankamen empfing uns ein Felsenhaufen, hm, daraufhin nahmen wir dann die Insel daneben, “Ile Cavallo” – und – as you can see – zeigte sich hier dieses Land von der entzückendsten Seite. Die Bucht, in der wir hier gelandet sind war einfach nur schön. Die schönste, seit dem wir unterwegs sind. Nicht nur die Bucht, auch das “Haus” darin war beeindruckend, es glich dem der Flintstones – seht es euch an, wir waren dermaßen begeistert…. und wie es sich bei einem Empfang gebührt, war unser Abendessen begleitet von einem wunderbaren Phélan Ségur – vielen Dank an Tanja und Lorenzo 😘

BONIFACIO 13. September 2020

Die imposanteste Küste bis jetzt war die von Bonifacio. Wir tuckerten ganz gemächlich dieser entlang und waren einmal mehr fasziniert, von all diesen Felsformationen dieses Archipels. Aber Achtung, es sei große Vorsicht erbeten, diese Felsen sind tückisch, und wenn man zum einen die Karte nicht genau studiert und zum Anderen niemand am Ausguck sitzt, kann das gelegentlich ganz schön gefährlich sein, … wir hatten großes Glück, als wir diesen Stein, der nicht in der Karte eingezeichnet war, knapp passiert haben. Alles gut gegangen, allerdings waren wir für kurze Zeit ganz schön unter Schock gestanden.

Wir beschlossen in den wunderbaren Hafen zu fahren, und dort zu ankern. Ankern? , na ja, wir entdeckten eine Bucht vor dem Hafen, allerdings hiess es “römisch-katholisch” anlegen.was da bedeutet : vorne ankern und “hinten” werden Landleinen gelegt, in unserem Fall hieß das für mich, nimm die Leine, schwimm an Land und befestige diese an Land. Dies ist in verschiedenen Varianten möglich, in unserem Fall waren dort Metallringe in die Felsen gemeißelt, in der wir die Leinen befestigen konnten.

Nebenbei erwähnt, wäre es im Nachhinein besser gewesen die bereitliegende Muring-Leine zu nehmen, als den Anker zu werfen, das wurde uns allerdings erst am nächsten Tag klar, als wir den Anker lichten wollten, und festgestellt haben, dass wir eine solche Leine eingeankert haben. Gott sei Dank konnten wir dieses Problem schnell lösen, in dem wir die Leinen einfach ausgehängt haben.

S A R D I N I E N CARLOFORTE – SANT’ ANTIOCO – PULA

25. August

Eingelaufen in Carloforte später Vormittag. Viva Italia.

Die italienische Flagge wurde von Egon gehisst (natürlich bereits auf der Überfahrt) Es ist der Respekt und der Anstand, der dem Land, in das man einreist gebührt; seine Landesflagge wird an der steuerbord Saling aufgezogen. An der backbord Saling weht die, aus dem Land die Crew kommt, und achterlich steuerbord steckt die Fahne aus dem Land, in dem das Boot angemeldet ist.

Bei 27°C Lufttemperatur und 26°C Wasserwärme nahmen wir erst einmal ein “Anlegebad” zur Ankunft in der Bucht von Carloforte.

Anschließend wurde unser TTT (Tender to Trelax) Dinghy zu Wasser gelassen und damit in den Hafen von Carloforte gefahren. (In Coronazeiten muss man, soll man, kann man, würde man, eventuell, vielleicht – anmelden. 48 Stunden vor Einreise muss man, soll man, kann man, würde man,… ein Formular ausfüllen, damit man einen QR-Code bekäme und somit unten den “Bewegungsfittichen” der nationalen Behörde wäre…)

So, wir waren dann da. In Sardinien.

Die freundliche Dame an der Reception in der Capitaneria in Carloforte hat uns einen Termin mit Andrea, dem Volvo Service Mann in “Sant Antioco”, am Freitag vereinbart. Das heißt wir mussten am Donnerstag Nachmittag dorthin fahren, damit über Nacht der Motor auskühlen kann. Also übernachteten wir noch einmal in dieser Bucht und genossen das wunderbare Wetter und das Wasser. Mit Schwimmen und gutem Essen lässt sich das leicht aushalten.

27. August

auf nach Sant Antioco. Andrea hat die Werkstatt und eine Tankstelle an im Hafen und wir können dort direkt anlegen.

Die Fahrt hierher war an sich ruhig, der Wind anfangs auch. Doch nahm dieser stündlich zu und letztendlich hatten wir in der Hafeneinfahrt, die ca. 3 Meilen lang war, um die 25 – 30 Knoten. Laut war es plötzlich um die Ohren und Egon rief den Andrea an, um uns beim Anlegen zu helfen. Als wir ankamen, standen die Jungs zu zweit am Steg und unterstützen uns perfekt.

Egon bewegte die TRELAX mit einer konzentrierten Ruhe langsam und kontrolliert an den Steg. Mit großer Mühe des Bugstrahlruders gegen den drückenden Wind konnte er das Schiff ganz langsam anfahren, und erst warf mir einer der Männer das vordere Seil zu um es an der Klampe zu fixieren – geschafft, jetzt das hintere Ende anbinden und dann noch zur Sicherheit in der Mitte. Yeeeh, erledigt, kann nix mehr passieren. Die TRELAX passte genau, die Bugspitze war mit dem Anfang und die Heckspitze mit dem Ende des Steges bündig. Na bravo. Angelegt.

Abends, als wir dann noch “schnell” das Schiff mit dem Kärcher vom Ärgsten sauber gemacht haben, beschlossen wir noch eine Pizza zu wollen. Mit den E-Scootern machten wir uns auf die Suche des uns empfohlenen Lokales. Es war ein guter Tip und wir konnten satt und entspannt schlafen gehen.

28. August 2020

Der Garantieservice von dem Volvo-Penta-Motor wurde von den Jungs von Andrea perfekt erledigt. Sie arbeiteten sehr sauber (legten ihre Tritte am Boot überall mit sauberen Kartons aus und gingen mit Socken durch, auch im Motorraum war alles gut gearbeitet)

Ich war während der Zeit im Supermarkt, wieder einmal mehr bunkern. Zurückgekommen, waren die Männer fertig und wir konnten gemütlich, ohne Sturm und Böen ablegen und wieder weitersegeln.

wir konnten wieder die Segel setzten und den Wind bei ca. 15 Knoten nutzen. Er trieb uns in die Buch “Punta die Malfatano”. Herrlich, ein gemütlicher Sardinientripp-Beginn. Runter mit unseren SUP’s und hinein in das wunderbare Wasser.

Abends machten wir bei unsere SUPtour das erste mal Bekanntschaft mit sog. “Spiegeleiquallen” – na danke, so habe ich auf einen abendlichen Fitnessschwumm dankend verzichtet und bewegte mich via Paddel auf dem Bord weiter. Eigentlich sieht ja das Viech schön aus, aber irgendwie wäre ich froher gewesen, es nicht entdeckt zu haben.

29. August 2020

Wir trafen dort Markus Silbergasser ( #untersegeln) mit seiner NAMBAWAN – einer unser “Borahelfer” aus Almerimar in Spanien. Die Buch war hübsch, aber leider sehr windig und der Schwell machte mit ein wenig zu schaffen. Dennoch hat es uns riesig gefreut, den Markus wiederzusehen.

Das macht dieses “segelnde herumtingeln” so schön, immer wieder neue Menschen kennenzulernen und meistens sieht man sich wieder. Manche öfter, manche nicht. Der Markus zählt zu den Öfteren.

Zeit für was Neues…

unser ururursprünglicher Plan war ja eigentlich, heuer bis nach Griechenland zu segeln und dann im September wieder zurück nach Gibraltar, hinunter zu den Canarischen Inseln und dann zu den Kap Verden und dann den Atlantik zu überqueren. Daß wir diesen Plan nicht einhalten können, war uns spätestens im März beim Lockdown klar geworden. Deshalb haben wir uns auch so lange in Mallorca aufgehalten.

Der nächste, nur noch ursprüngliche Plan, den wir dann vorhatten war, nach Mallorca dem spanischen Festland entlang wieder zurück nach Spanien, nach Gibraltar, zu den Kap Verden und dann über den Teich.

So, erstens, zweitens, und weil aller guten Dinge drei sind, sind wir, dank Coronas zweiter Welle zu dem Entschluss gekommen, erst im nächsten Jahr den Teich zu überqueren. Das Risiko der Ungewissheit ist uns einfach zu groß erschienen, vor einer Insel nicht ankern zu dürfen, keinen Diesel und Lebensmittel zu bekommen, einfach wie beim Lockdown, wie viele Segelkollegen, wieder zurückgeschickt zu werden.

Somit haben wir beschlossen, unseren Reiseplan in Richtung Sardinien, Corsica und Elba zu verlegen. Anschließend die Ostküste Italiens wieder hinunter. Erst einmal. Den Winter über wahrscheinlich in Sizilien zu verbringen ist für uns, dank einer Idee eines befreundeten Seglerpaares, ein mögliche Variante geworden, und wir denken diese ist auch temperaturmäßig eine denkbare Alternative. Nur keinen Schnee – den haben wir nicht mehr auf unseren Radarschirmen und auch gar keine Kälte….

Von nun an lassen wir uns weiter treiben und überraschen.

AUF NACH SARDINIEN…

die Überfahrt war vor allem “großwellig” aber nicht unangenehm. Egon war wieder der große “Durchmacher”. Wir waren 37 Stunden auf dem Weg, sind am Sonntag sehr früh losgefahren und waren doch einige Zeit unter Segel. Nachts lief es mega gut und aus den geplanten 48 Stunden wurden eben 37. Wir schafften es schließlich gerade noch vor Dämmerung zu Ankern – vor der kleinen vorgelagerten Insel vor Sardinien – in Carloforte. Dankeschön lieber Egonschatz für die gute Überfahrt. 😘

Hasta otra – Puerto Sherry – Adiós

wir beschließen Puerto Sherry zu verlassen und loszusegeln. Nachdem die Phase 3 der Covid19-Aufbaustufe erreicht wird – in Kürze – machen wir segelernst. Es war eine mega schöne Zeit, eigentlich, in diesem kleinen Hafen. Wir konnten das Schiff nach unseren Vorstellungen präparieren (Sonnensegel, Stufen,…… wie in den Berichten zuvor ja beschrieben) und reparieren und stellten fest, dass wir eigentlich fast täglich ganz schön was zu tun hatten. Unter anderem lernten wir das Boot auch noch so kennen, dass wir sogar Wasserpumpen reparieren können.

Also wir heißt Team-Trelax, bestehend aus Egon, der der repariert und aus Alex, die Gibstma. Wahrscheinlich bin eine schlechte “Reparateurin” und Mechanikerin, ABER die weltbeste Gibstma. Ich kenne mittlerweile Schrauben, von denen ich noch nie zuvor gehört habe. Ich kenne Werkzeug, wovon ich nicht gewusst habe, dass es das gibt, und ich bin Weltmeister im Leitertreppen rauf und runtersteigen weil alle Werkzeuge im Keller – sprich Maschinenraum sind. Tja, newlife started.

Wir verabschiedeten uns von unseren gaaaanz herzigen und herzlichen und vor allem in drei Monaten den einzigen Nachbarn am Pontoon F – Natalia und Thierry. Am 1. Juni 2020 brachen wir alle Covid19 Regeln und waren auf ihrem Boot eingeladen zu einem Abschiedsflascherl Champus und Wein und Tapas und ! Landjäger ! Gracias muchos caros vecinos.

THANK YOU – PUERTO SHERRY

Donnerstag, 21. Mai 2020 “QUARANTÄNETÖRN”

Wir haben schließlich eine Erlaubnis um einen Törn in der Provinz zu machen.

Es war fantastisch, endlich wieder ein Gefühl von Segeln zu verspüren. Unsere Strecke sieht auf dem Track zwar aus als wären wir planlos herumgefahren, dem war aber ganz und nicht so. 😉 wir konnten einige Manöver checken, halt mit mir, denn ich bin ja die, die doch noch die einen und auch die anderen Erfahrungen braucht. So konnte ich das “Genua” setzen, beim “Groß” helfen, das Ruder in die Hand nehmen während Egon die Segel gesetzt hat usw. … Den Wassermacher haben wir einschaltet um das gute Meerwasser in trinkbares Süßwasser umzuwandeln.

ah ja – und ausserdem habe ich versucht ein wirklich gutes und vor allem großes (wie man an meinem Köderfisch sehen kann) Abendessen zu angeln. as you can see – oder auch nicht – kein Fisch an Bord.

Schließlich haben wir dann im Hafen wieder einmal mehr das Anlegemanöver geübt.

Insgesamt war das ordentlich was zu tun heute, aber sehr cool. Zwar ist mir nicht alles gelungen, aber ich denke wie es überall ist – Übung macht den Meister – hoffentlich.

CU

Maxtrelax

“IM HAFEN GEFANGEN” – “Confinados en el puerto”

Na ja, seit jetzt 7 Wochen hängen wir im wahrsten Sinne des Wortes im Hafen von Puerto Sherry – in Santa Maria bei Cadiz nun fest. Genau seit dem 13. März 2020 und dürfen uns eigentlich nur am Steg, zum Einkaufen und seit dem 2. Mai auch täglich für eine Stunde zum Spazierengehen bewegen. Mit dem Boot ist aber jegliches Movement unerlaubt.

Unglaublich für uns ist das Naturereignis hier im Hafen, das Wasser ist so sauber, dass sich hier ganz viele verschiedene Fische einfinden. … und hätten wir einen geeigneten Fischerhaken, könnten wir tatsächlich im Hafen fischen. Unsere Stegnachbarin (wir sind im Hafen insgesamt 4 Bewohner) praktiziert das quasi täglich.

Jedenfalls ist das spanische Nationalfernsehteam auf uns aufmerksam geworden und hat uns gefilmt und interviewt. Recht witzig war die ganze Story – Egon hat Musik gemacht und ich habe versucht spanisch zu reden (nicht zu singen). 😉 seht es euch an.

Confinados en el puerto deportivo

Still waiting……. Puerto Sherry- Sta Maria – Cadiz

Es ist wie es ist… sagt der kleine Prinz / Corona hält uns in Schach. Leider sind die Grenzen noch gesperrt und somit könnten wir theoretisch zwar weiterreisen, aber leider wissen wir nicht in welchen Hafen bzw. in welches Land wir segeln könnten, denn im Moment sind noch alle geschlossen. Wir sind ja froh, dass wir seit 2. Mai täglich eine Stunde Ausgang haben – entweder morgens oder abends im Umkreis von 1 km. Wir halten uns daran und gehen täglich abends eine gute Stunde am Strand spazieren.

Wir genießen nun die Zeit auf unserem Boot. Nachdem noch einige Änderungen und kleine Reparaturen zu tun sind, haben wir beschlossen die Zeit zu nutzen, um dies hier in Spanien anstatt wie geplant im Mittelmeer machen zu lassen. “Barrierefreie” Stiegen statt “Toekiller”-Leiter, Regale für die e-Scooter, Nähmaschine und Aufhänger für Unterwasserscooter Flossen, Shorty und andere Regale, Schattensegel für die “Chiller-Zone” am Vorschiff.

DCIM\100MEDIA\DJI_0030.JPG

Eigentlich sind wir immer beschäftigt; Egon mit viel “Hirnen” für die Baustellen an Bord und ich lese, schreibe zum Einen, und zum Anderen halte ich das Innenschiff sauber. Die Kabinen müssen abgestaubt und gesaugt werden, die Wäsche muss gewaschen werden und so weiter.

CADIZ – PUERTO SHERRY – PANTALAN F – nr 60-62

Tja, es war niemands Plan, irgendwo festzusitzen, in Quarantäne zu sein und die Pandemie auszustehen. Dennoch, es ist wie es ist. Und – jeder muss für sich das Beste daraus machen. Wir wollten weitersegeln, und wir wollten …

Pavol, unser Profiskipper war ja auch noch hier. Er hatte die nächste mögliche Gelegenheit angenommen, um wieder in die Tschechei zu kommen. Die Botschaft hatte ihm einen Platz in einem Bus mit Erasmusschülern organisiert, so konnte er am 5. April endlich heimfahren. Er war überglücklich, obwohl er eine brutale Autobusfahrt vor sich hatte, ca. 50 Stunden non stop.

Von nun an waren wir alleine und obwohl wir uns eigentlich nicht wirklich bewegen durften, außer zum Einkaufen, und das alleine, war uns nicht einmal langweilig oder gereizt oder genervt.

Ich kochte, versuchte mich mit Babbel in Spanisch, hatte mein Kindle immer in Griffweite und erledigte die üblichen Hausarbeiten wie Wäsche waschen, bügeln, putzen. Und schon war der Tag wieder vorbei. Ah ja, und spleißen – kann ich jetzt auch schon.

Egon beschloss unsere beiden “Heckzimmer” herzurichten – mein Sewing-corner und Egons Dive-Corner. Es gab neue Stiegen, statt einer Zehen vernichtenden Aluminium Sprossenleiter, Führungen für unsere E-Scooter, Regale für den Heckrumpf; Aufhängungen für die Leinen und für die Taucherausrüstung uvm.

In den Nachrichten verfolgten wir die Corona-Situationen in den verschiedenen Ländern. Dementsprechend vorsichtig bewegten wir uns zum Einkaufen, andere Kontakte hatten wir nicht. Mund-/Nasenschutz hab ich selbst genäht. Wir telefonierten sehr viel mit Familien und Freunden, diskutieren über Corona und kamen alle zum selben Ergebnis – Durchhalten heißt die Devise.

DIE REISE GEHT WEITER – KURS AUF GIBRALTAR

Dienstag, 10. März 2020

Ausgeschlafen waren wir wieder und nach einem guten Frühstück kam der Volvo-Mann um unseren 100-Stunden-Garantie-Service abzuwickeln. Egon hatte bei unserer Ankuft am Vorabend mit einer Angel und Zubehör geliebäugelt. Währenddessen wir die “Volvos” an Bord hatten, hat Egon mit Pavol die Zeit genützt, zu diesem Geschäft vor dem Hafen zurückzukehren um diese “Fishingtools” zu kaufen. Na vielleicht klappt es ja mit dem Abendessen a la Sushi 😉

Ready to go hieß es anschließend wieder. Schwimmweste wieder an, die Fender wurden eingeholt und los geht’s. Das Wetter war um Welten besser geworden, mir war wieder gut und ich freute mich auf unser nächstes Ziel – Gibraltar. Die Reise begann ein bisschen wackelig aber nicht stürmisch, der Wind war bei etwa 10/15 Knoten gegen uns und das Motoren blieb uns wieder einmal mehr nicht erspart. Am nächsten Tag war es dann noch weniger Wind und die Welle kam von hinten bis wir am Freitag schließlich gar keinen Wind mehr hatten, also ca. 5 Knoten… Dennoch gaben wir nicht auf, unsere Segeln zu setzen – hahaha- alle möglichen Kreationen wurden ausprobiert.

Die Fahrt war sehr schön, ich begann endlich zu genießen, wunderschöne Eindrücke, wunderschöne Momente, wunderschöne Welt!

Diese Delphine begleiteten uns ein Stück weit, ich war fasziniert. Noch nie in meinem Leben habe ich diese Tiere in der freien Natur gesehen. Sie waren so nah und so schön – ich war so sehr glücklich.

Als wir dann am Freitag, den 13. März 2020 in Küstennähe Internetempfang hatten, empfingen wir verschiedene Informationen und Nachrichten bezüglich Corona. Unter anderem, dass die Häfen voraussichtlich schließen. Handeln war jetzt angesagt. Ca 20 Meilen vor Cadiz rief Egon einen Freund an, der dort in der Nähe wohnt. Er riet uns den Hafen von Santa Maria – “Puerto Sherry” – den Nachbarhafen von Cadiz – anzusteuern und dort anzulegen.

Am 16. März gingen alle Grenzen in Spanien und in vielen anderen Ländern der Welt zu – und die Häfen auch. CORONA HAT DIE WELT IM GRIFF.

Ein bisschen paralysiert, aber dennoch froh, waren wir erst einmal, sicher in diesem Hafen sein zu dürfen.

LEINEN LOS Richtung Vigo (E)

au revoir La Rochelle ……

Um loszufahren, mussten wir am Vortag den Tidenkalender genau studieren, denn im Hafen von Minimes ist der Wasserstand bei Ebbe gerade einmal 1,4 m, und das ist für unser Schiff definitiv zu wenig.
Also Freitag, 6. März 2020 in der Früh fuhren wir los. Ausgestattet mit Ölzeug, Lifeline, Schwimmwesten, wasserfesten Stiefeln, Handschuhen, Wollmützen. Es war kalt, der Wind war wirklich, wie vorausgesagt mit fast 30-35 Knoten gegen uns und die Wellen waren brutal. , Ich wusste nicht wie hoch die Wellen waren, aber wenn ich es mit einem Einfamilienhaus vergleichen würde, würde ich sagen, sie hätten das Dachgeschoß locker erreicht, manchmal auch darüber. Ich kam mir vor wie in einer 18kg Waschmaschine, die halb voll war und im Dauerschleudergang eingeschaltet war. Leider musste ich feststellen, dass ich dieser Art von Segeltörn nicht viel abgewinnen kann, aber es musste sein. Wir mussten dieses Gebiet durchqueren. Mir war einfach schlecht, richtig schlecht. Geholfen hat mir ein Pflaster “Scopoloterm” und schlafen. Nach ca. 50 Stunden “Dilirium” habe ich mich wieder erfangen und konnte zumindestens aufrecht sitzen. Das Gehen und stehen in dieser Schiffschaukel ließ mein Kreislauf noch nicht ganz zu, aber ich fühlte mich wenigstens wieder wie ein Lebewesen und nicht wie ein weißer Waschlappen zwischen 90° Handtüchern in der größten Waschmaschine der Welt.
Nach 71 Stunden kamen wir dann nicht wie geplant in Vigo – sondern in A Coruna an. Nachdem der Wind unermüdlich gegen uns kämpfte, oder wie gegen ihn, mussten wir früher abbiegen. Zum Einen war unsere Treibstoffanzeige fast im roten Bereich und zum Anderen war ein 100 Std Volvo Garantie Service zu machen.
Leider schafften wir aufgrund der Windstärke es nicht, die Segel zu setzten. Es war einfach zu gefährlich, deshalb musste unser Motor ganze Arbeit leisten, und das tat er auch.

Als wir nach diesen 3 Tagen und Nächten unversehrt in A Coruna ankamen, feierte ich mich, und die Crew war sichtbar erleichtert, dieses wirklich anstrengende Schifffahrtsgebiet bewältigt zu haben.
Mir war wieder vögelewohl, und nachdem Egon gleich einen Termin mit dem Volvo-Service-Mann für Dienstag in der Früh ausgemacht hatte, beschlossen wir, nach einer ausgiebigen Dusche, uns die Füße zu vertreten und ein bisschen in die Stadt zu marschieren.
Corona hatte sich hier schon deutlich breit gemacht, es waren ziemlich leere Straßen, Plätze und die Cafes am Platz waren leer. Doch irgendwie hat noch alles gut funktioniert. Wir waren in einer “Pulperia” und froh, endlich wieder etwas Warmes auf stabilem Untergrund zu essen. Ich meine warm gegessen haben die Männer ja an Bord auch, aber… Alles gut, wir fühlten uns wohl, nahmen noch ein Eis im Vorbeigehen und steuerten wieder Richtung Boot – auf eine ruhige Nacht im Hafen.
Egon-Pavol-Watchübergabe
irgendwo in der Biskaya – es hat sich wieder beruhigt
der leere Hauptplatz in
A Coruna