Hasta otra – Puerto Sherry – Adiós

wir beschließen Puerto Sherry zu verlassen und loszusegeln. Nachdem die Phase 3 der Covid19-Aufbaustufe erreicht wird – in Kürze – machen wir segelernst. Es war eine mega schöne Zeit, eigentlich, in diesem kleinen Hafen. Wir konnten das Schiff nach unseren Vorstellungen präparieren (Sonnensegel, Stufen,…… wie in den Berichten zuvor ja beschrieben) und reparieren und stellten fest, dass wir eigentlich fast täglich ganz schön was zu tun hatten. Unter anderem lernten wir das Boot auch noch so kennen, dass wir sogar Wasserpumpen reparieren können.

Also wir heißt Team-Trelax, bestehend aus Egon, der der repariert und aus Alex, die Gibstma. Wahrscheinlich bin eine schlechte “Reparateurin” und Mechanikerin, ABER die weltbeste Gibstma. Ich kenne mittlerweile Schrauben, von denen ich noch nie zuvor gehört habe. Ich kenne Werkzeug, wovon ich nicht gewusst habe, dass es das gibt, und ich bin Weltmeister im Leitertreppen rauf und runtersteigen weil alle Werkzeuge im Keller – sprich Maschinenraum sind. Tja, newlife started.

Wir verabschiedeten uns von unseren gaaaanz herzigen und herzlichen und vor allem in drei Monaten den einzigen Nachbarn am Pontoon F – Natalia und Thierry. Am 1. Juni 2020 brachen wir alle Covid19 Regeln und waren auf ihrem Boot eingeladen zu einem Abschiedsflascherl Champus und Wein und Tapas und ! Landjäger ! Gracias muchos caros vecinos.

THANK YOU – PUERTO SHERRY

Donnerstag, 21. Mai 2020 “QUARANTÄNETÖRN”

Wir haben schließlich eine Erlaubnis um einen Törn in der Provinz zu machen.

Es war fantastisch, endlich wieder ein Gefühl von Segeln zu verspüren. Unsere Strecke sieht auf dem Track zwar aus als wären wir planlos herumgefahren, dem war aber ganz und nicht so. 😉 wir konnten einige Manöver checken, halt mit mir, denn ich bin ja die, die doch noch die einen und auch die anderen Erfahrungen braucht. So konnte ich das “Genua” setzen, beim “Groß” helfen, das Ruder in die Hand nehmen während Egon die Segel gesetzt hat usw. … Den Wassermacher haben wir einschaltet um das gute Meerwasser in trinkbares Süßwasser umzuwandeln.

ah ja – und ausserdem habe ich versucht ein wirklich gutes und vor allem großes (wie man an meinem Köderfisch sehen kann) Abendessen zu angeln. as you can see – oder auch nicht – kein Fisch an Bord.

Schließlich haben wir dann im Hafen wieder einmal mehr das Anlegemanöver geübt.

Insgesamt war das ordentlich was zu tun heute, aber sehr cool. Zwar ist mir nicht alles gelungen, aber ich denke wie es überall ist – Übung macht den Meister – hoffentlich.

CU

Maxtrelax

“IM HAFEN GEFANGEN” – “Confinados en el puerto”

Na ja, seit jetzt 7 Wochen hängen wir im wahrsten Sinne des Wortes im Hafen von Puerto Sherry – in Santa Maria bei Cadiz nun fest. Genau seit dem 13. März 2020 und dürfen uns eigentlich nur am Steg, zum Einkaufen und seit dem 2. Mai auch täglich für eine Stunde zum Spazierengehen bewegen. Mit dem Boot ist aber jegliches Movement unerlaubt.

Unglaublich für uns ist das Naturereignis hier im Hafen, das Wasser ist so sauber, dass sich hier ganz viele verschiedene Fische einfinden. … und hätten wir einen geeigneten Fischerhaken, könnten wir tatsächlich im Hafen fischen. Unsere Stegnachbarin (wir sind im Hafen insgesamt 4 Bewohner) praktiziert das quasi täglich.

Jedenfalls ist das spanische Nationalfernsehteam auf uns aufmerksam geworden und hat uns gefilmt und interviewt. Recht witzig war die ganze Story – Egon hat Musik gemacht und ich habe versucht spanisch zu reden (nicht zu singen). 😉 seht es euch an.

Confinados en el puerto deportivo

Still waiting……. Puerto Sherry- Sta Maria – Cadiz

Es ist wie es ist… sagt der kleine Prinz / Corona hält uns in Schach. Leider sind die Grenzen noch gesperrt und somit könnten wir theoretisch zwar weiterreisen, aber leider wissen wir nicht in welchen Hafen bzw. in welches Land wir segeln könnten, denn im Moment sind noch alle geschlossen. Wir sind ja froh, dass wir seit 2. Mai täglich eine Stunde Ausgang haben – entweder morgens oder abends im Umkreis von 1 km. Wir halten uns daran und gehen täglich abends eine gute Stunde am Strand spazieren.

Wir genießen nun die Zeit auf unserem Boot. Nachdem noch einige Änderungen und kleine Reparaturen zu tun sind, haben wir beschlossen die Zeit zu nutzen, um dies hier in Spanien anstatt wie geplant im Mittelmeer machen zu lassen. “Barrierefreie” Stiegen statt “Toekiller”-Leiter, Regale für die e-Scooter, Nähmaschine und Aufhänger für Unterwasserscooter Flossen, Shorty und andere Regale, Schattensegel für die “Chiller-Zone” am Vorschiff.

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Eigentlich sind wir immer beschäftigt; Egon mit viel “Hirnen” für die Baustellen an Bord und ich lese, schreibe zum Einen, und zum Anderen halte ich das Innenschiff sauber. Die Kabinen müssen abgestaubt und gesaugt werden, die Wäsche muss gewaschen werden und so weiter.

CADIZ – PUERTO SHERRY – PANTALAN F – nr 60-62

Tja, es war niemands Plan, irgendwo festzusitzen, in Quarantäne zu sein und die Pandemie auszustehen. Dennoch, es ist wie es ist. Und – jeder muss für sich das Beste daraus machen. Wir wollten weitersegeln, und wir wollten …

Pavol, unser Profiskipper war ja auch noch hier. Er hatte die nächste mögliche Gelegenheit angenommen, um wieder in die Tschechei zu kommen. Die Botschaft hatte ihm einen Platz in einem Bus mit Erasmusschülern organisiert, so konnte er am 5. April endlich heimfahren. Er war überglücklich, obwohl er eine brutale Autobusfahrt vor sich hatte, ca. 50 Stunden non stop.

Von nun an waren wir alleine und obwohl wir uns eigentlich nicht wirklich bewegen durften, außer zum Einkaufen, und das alleine, war uns nicht einmal langweilig oder gereizt oder genervt.

Ich kochte, versuchte mich mit Babbel in Spanisch, hatte mein Kindle immer in Griffweite und erledigte die üblichen Hausarbeiten wie Wäsche waschen, bügeln, putzen. Und schon war der Tag wieder vorbei. Ah ja, und spleißen – kann ich jetzt auch schon.

Egon beschloss unsere beiden “Heckzimmer” herzurichten – mein Sewing-corner und Egons Dive-Corner. Es gab neue Stiegen, statt einer Zehen vernichtenden Aluminium Sprossenleiter, Führungen für unsere E-Scooter, Regale für den Heckrumpf; Aufhängungen für die Leinen und für die Taucherausrüstung uvm.

In den Nachrichten verfolgten wir die Corona-Situationen in den verschiedenen Ländern. Dementsprechend vorsichtig bewegten wir uns zum Einkaufen, andere Kontakte hatten wir nicht. Mund-/Nasenschutz hab ich selbst genäht. Wir telefonierten sehr viel mit Familien und Freunden, diskutieren über Corona und kamen alle zum selben Ergebnis – Durchhalten heißt die Devise.

DIE REISE GEHT WEITER – KURS AUF GIBRALTAR

Dienstag, 10. März 2020

Ausgeschlafen waren wir wieder und nach einem guten Frühstück kam der Volvo-Mann um unseren 100-Stunden-Garantie-Service abzuwickeln. Egon hatte bei unserer Ankuft am Vorabend mit einer Angel und Zubehör geliebäugelt. Währenddessen wir die “Volvos” an Bord hatten, hat Egon mit Pavol die Zeit genützt, zu diesem Geschäft vor dem Hafen zurückzukehren um diese “Fishingtools” zu kaufen. Na vielleicht klappt es ja mit dem Abendessen a la Sushi 😉

Ready to go hieß es anschließend wieder. Schwimmweste wieder an, die Fender wurden eingeholt und los geht’s. Das Wetter war um Welten besser geworden, mir war wieder gut und ich freute mich auf unser nächstes Ziel – Gibraltar. Die Reise begann ein bisschen wackelig aber nicht stürmisch, der Wind war bei etwa 10/15 Knoten gegen uns und das Motoren blieb uns wieder einmal mehr nicht erspart. Am nächsten Tag war es dann noch weniger Wind und die Welle kam von hinten bis wir am Freitag schließlich gar keinen Wind mehr hatten, also ca. 5 Knoten… Dennoch gaben wir nicht auf, unsere Segeln zu setzen – hahaha- alle möglichen Kreationen wurden ausprobiert.

Die Fahrt war sehr schön, ich begann endlich zu genießen, wunderschöne Eindrücke, wunderschöne Momente, wunderschöne Welt!

Diese Delphine begleiteten uns ein Stück weit, ich war fasziniert. Noch nie in meinem Leben habe ich diese Tiere in der freien Natur gesehen. Sie waren so nah und so schön – ich war so sehr glücklich.

Als wir dann am Freitag, den 13. März 2020 in Küstennähe Internetempfang hatten, empfingen wir verschiedene Informationen und Nachrichten bezüglich Corona. Unter anderem, dass die Häfen voraussichtlich schließen. Handeln war jetzt angesagt. Ca 20 Meilen vor Cadiz rief Egon einen Freund an, der dort in der Nähe wohnt. Er riet uns den Hafen von Santa Maria – “Puerto Sherry” – den Nachbarhafen von Cadiz – anzusteuern und dort anzulegen.

Am 16. März gingen alle Grenzen in Spanien und in vielen anderen Ländern der Welt zu – und die Häfen auch. CORONA HAT DIE WELT IM GRIFF.

Ein bisschen paralysiert, aber dennoch froh, waren wir erst einmal, sicher in diesem Hafen sein zu dürfen.

LEINEN LOS Richtung Vigo (E)

au revoir La Rochelle ……

Um loszufahren, mussten wir am Vortag den Tidenkalender genau studieren, denn im Hafen von Minimes ist der Wasserstand bei Ebbe gerade einmal 1,4 m, und das ist für unser Schiff definitiv zu wenig.
Also Freitag, 6. März 2020 in der Früh fuhren wir los. Ausgestattet mit Ölzeug, Lifeline, Schwimmwesten, wasserfesten Stiefeln, Handschuhen, Wollmützen. Es war kalt, der Wind war wirklich, wie vorausgesagt mit fast 30-35 Knoten gegen uns und die Wellen waren brutal. , Ich wusste nicht wie hoch die Wellen waren, aber wenn ich es mit einem Einfamilienhaus vergleichen würde, würde ich sagen, sie hätten das Dachgeschoß locker erreicht, manchmal auch darüber. Ich kam mir vor wie in einer 18kg Waschmaschine, die halb voll war und im Dauerschleudergang eingeschaltet war. Leider musste ich feststellen, dass ich dieser Art von Segeltörn nicht viel abgewinnen kann, aber es musste sein. Wir mussten dieses Gebiet durchqueren. Mir war einfach schlecht, richtig schlecht. Geholfen hat mir ein Pflaster “Scopoloterm” und schlafen. Nach ca. 50 Stunden “Dilirium” habe ich mich wieder erfangen und konnte zumindestens aufrecht sitzen. Das Gehen und stehen in dieser Schiffschaukel ließ mein Kreislauf noch nicht ganz zu, aber ich fühlte mich wenigstens wieder wie ein Lebewesen und nicht wie ein weißer Waschlappen zwischen 90° Handtüchern in der größten Waschmaschine der Welt.
Nach 71 Stunden kamen wir dann nicht wie geplant in Vigo – sondern in A Coruna an. Nachdem der Wind unermüdlich gegen uns kämpfte, oder wie gegen ihn, mussten wir früher abbiegen. Zum Einen war unsere Treibstoffanzeige fast im roten Bereich und zum Anderen war ein 100 Std Volvo Garantie Service zu machen.
Leider schafften wir aufgrund der Windstärke es nicht, die Segel zu setzten. Es war einfach zu gefährlich, deshalb musste unser Motor ganze Arbeit leisten, und das tat er auch.

Als wir nach diesen 3 Tagen und Nächten unversehrt in A Coruna ankamen, feierte ich mich, und die Crew war sichtbar erleichtert, dieses wirklich anstrengende Schifffahrtsgebiet bewältigt zu haben.
Mir war wieder vögelewohl, und nachdem Egon gleich einen Termin mit dem Volvo-Service-Mann für Dienstag in der Früh ausgemacht hatte, beschlossen wir, nach einer ausgiebigen Dusche, uns die Füße zu vertreten und ein bisschen in die Stadt zu marschieren.
Corona hatte sich hier schon deutlich breit gemacht, es waren ziemlich leere Straßen, Plätze und die Cafes am Platz waren leer. Doch irgendwie hat noch alles gut funktioniert. Wir waren in einer “Pulperia” und froh, endlich wieder etwas Warmes auf stabilem Untergrund zu essen. Ich meine warm gegessen haben die Männer ja an Bord auch, aber… Alles gut, wir fühlten uns wohl, nahmen noch ein Eis im Vorbeigehen und steuerten wieder Richtung Boot – auf eine ruhige Nacht im Hafen.
Egon-Pavol-Watchübergabe
irgendwo in der Biskaya – es hat sich wieder beruhigt
der leere Hauptplatz in
A Coruna

DAS GROSSE “GUTER-WIND-ABWARTEN”

Na ja, der Winter ist jetzt windtechnisch gesehen nicht gerade der optimalste Zeitpunkt, um durch die Biskaya zu segeln. Nachdem wir beide nicht – noch nicht – die absoluten Segelprofis sind (eigentlich bin ich das totale Greenhorn) – haben wir beschlossen, uns professionellen Beistand an Bord zu holen, der meine “Watches” (Wachen) übernimmt. Normalerweise werden diese Boote zum Hafenplatz des Eigners von Überstellcrews geliefert. Nachdem wir das Boot selbst übernommen haben, hat uns Pavol (ein erfahrener Übersteller), der in den vergangenen 3 Jahren schon 17x die Biskaya überquerte, begleitet.

Von nun an war unsere täglich wichtigste Information das Wetter. Wie stark wird der Wind in den nächsten 3 Tagen? Woher kommt er? Woher kommen die Wellen? Wie hoch sind sie? All diese Informationen sollten wir haben, um unversehrt anzukommen.

Das letzte gute Wetterfenster konnten wir nur kurzfristig ausnützen. Als wir während der Fahrt festgestellt haben, dass der Windmesser Aussetzer hatte, beschlossen wir, nach ca. 50 Meilen wieder umzukehren und den Schaden reparieren zu lassen. Das Risiko ohne dieser Wind-Information zu fahren, war uns einfach zu riskant.

WARTEN………………………………

Wettercheck die zweite. Pavol und Egon berieten sich intensiv und trotz einiger Widrigkeiten entschieden wir uns, nicht zu warten bis der Wind achterlich kam und die Wellen keine waren. Nachdem unser tschechischer Käpitän doch einige Erfahrung mitbrachte, wusste er, was er diesem Boot zutrauen kann.

Die Entscheidung ist gefallen: Leinen los 6. März 2020, die Voraussagen sind 30-40 Knoten “auf unser Näsle” und 5-7 m hohe Wellen. Let the challenge beginn.

ERST DIE ARBEIT – DANN RELAX – TRELAX

Um uns wohlfühlen zu können und unsere “Homies” zu versorgen, mussten doch einige Umbau- und Einbauarbeiten gemacht werden: das Nähzimmer, der Divecorner, die Werkstatt und der Werkzeugkeller ; einmal fürs Erste.

Werkzeugkeller, Maschinenraum
Nähzimmer
Divecorner
das Leroy Merlin (die französische Antwort auf einen Baumarkt) – haben wir fast leergekauft