LEINEN LOS Richtung Vigo (E)

au revoir La Rochelle ……

Um loszufahren, mussten wir am Vortag den Tidenkalender genau studieren, denn im Hafen von Minimes ist der Wasserstand bei Ebbe gerade einmal 1,4 m, und das ist für unser Schiff definitiv zu wenig.
Also Freitag, 6. März 2020 in der Früh fuhren wir los. Ausgestattet mit Ölzeug, Lifeline, Schwimmwesten, wasserfesten Stiefeln, Handschuhen, Wollmützen. Es war kalt, der Wind war wirklich, wie vorausgesagt mit fast 30-35 Knoten gegen uns und die Wellen waren brutal. , Ich wusste nicht wie hoch die Wellen waren, aber wenn ich es mit einem Einfamilienhaus vergleichen würde, würde ich sagen, sie hätten das Dachgeschoß locker erreicht, manchmal auch darüber. Ich kam mir vor wie in einer 18kg Waschmaschine, die halb voll war und im Dauerschleudergang eingeschaltet war. Leider musste ich feststellen, dass ich dieser Art von Segeltörn nicht viel abgewinnen kann, aber es musste sein. Wir mussten dieses Gebiet durchqueren. Mir war einfach schlecht, richtig schlecht. Geholfen hat mir ein Pflaster “Scopoloterm” und schlafen. Nach ca. 50 Stunden “Dilirium” habe ich mich wieder erfangen und konnte zumindestens aufrecht sitzen. Das Gehen und stehen in dieser Schiffschaukel ließ mein Kreislauf noch nicht ganz zu, aber ich fühlte mich wenigstens wieder wie ein Lebewesen und nicht wie ein weißer Waschlappen zwischen 90° Handtüchern in der größten Waschmaschine der Welt.
Nach 71 Stunden kamen wir dann nicht wie geplant in Vigo – sondern in A Coruna an. Nachdem der Wind unermüdlich gegen uns kämpfte, oder wie gegen ihn, mussten wir früher abbiegen. Zum Einen war unsere Treibstoffanzeige fast im roten Bereich und zum Anderen war ein 100 Std Volvo Garantie Service zu machen.
Leider schafften wir aufgrund der Windstärke es nicht, die Segel zu setzten. Es war einfach zu gefährlich, deshalb musste unser Motor ganze Arbeit leisten, und das tat er auch.

Als wir nach diesen 3 Tagen und Nächten unversehrt in A Coruna ankamen, feierte ich mich, und die Crew war sichtbar erleichtert, dieses wirklich anstrengende Schifffahrtsgebiet bewältigt zu haben.
Mir war wieder vögelewohl, und nachdem Egon gleich einen Termin mit dem Volvo-Service-Mann für Dienstag in der Früh ausgemacht hatte, beschlossen wir, nach einer ausgiebigen Dusche, uns die Füße zu vertreten und ein bisschen in die Stadt zu marschieren.
Corona hatte sich hier schon deutlich breit gemacht, es waren ziemlich leere Straßen, Plätze und die Cafes am Platz waren leer. Doch irgendwie hat noch alles gut funktioniert. Wir waren in einer “Pulperia” und froh, endlich wieder etwas Warmes auf stabilem Untergrund zu essen. Ich meine warm gegessen haben die Männer ja an Bord auch, aber… Alles gut, wir fühlten uns wohl, nahmen noch ein Eis im Vorbeigehen und steuerten wieder Richtung Boot – auf eine ruhige Nacht im Hafen.
Egon-Pavol-Watchübergabe
irgendwo in der Biskaya – es hat sich wieder beruhigt
der leere Hauptplatz in
A Coruna

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